Einer der wichtigsten Anführer der IS-Terrormiliz ist ums Leben gekommen. Unklar ist, wer Abu Mohammed Al Adnani getötet hat. Das US-Pentagon spricht von einem "Präzisionsschlag" gegen den IS-Mann, laut Moskau starb er dagegen bei einem Angriff russischer Kampfjets.
Abu Mohammed Al Adnani, einer der bekanntesten Anführer des sogenannten "Islamischen Staates", ist ums Leben gekommen. Sowohl die IS-nahe Plattform Amaq als auch das russische Verteidigungsministerium bestätigten den Tod des Chefstrategen. Doch wer hat ihn getötet? Neben den USA behauptete auch Russland, für den Angriff auf Al Adnani verantwortlich zu sein.
"US-Präzisionsschlag" oder russisches Bombardement?
Nach Angaben des Pentagon wurde der IS-Terrorist bei einem "Präzisionsschlag" der US-geführten Anti-IS-Koalition in der Stadt Al-Bab in der Provinz Aleppo ins Visier genommen. Das US-Militär wollte seinen Tod allerdings zunächst nicht bestätigen. "Wir bewerten derzeit noch die Ergebnisse des Angriffs", sagte Ministeriumssprecher Peter Cook.
Die Regierung in Moskau dagegen erklärte, Al Adnani sei bei einem russischen Luftangriff in der Nähe des Dorfes Um Hosch in der Provinz Aleppo getötet worden. Bei dem Bombardement seien insgesamt "bis zu 40" IS-Kämpfer ums Leben gekommen.
Moskaus Angaben "ein Witz"
Die Angaben Moskaus wies Washington scharf zurück. Solche Behauptungen seien "ein Witz", hieß es aus US-Verteidigungskreisen. "Wir haben keinerlei Informationen darüber, welche die russische Darstellung stützen würden", sagte auch Pentagon-Sprecher Cook. In jedem Fall aber sei die Eliminierung des IS-Anführers eine gute Sache und ein schwerer Schlag für den IS.
Ob russische Flugzeuge überhaupt für einen Angriff in der Gegend gewesen seien, wollte Cook nicht beantworten. Er sagte, grundsätzlich würden die USA es sehr begrüßen, wenn Russland sich mehr auf den Kampf gegen den "Islamischen Staat" konzentriere und weniger auf eine Unterstützung des syrischen Regimes.
Al Adnani offenbar IS-Führungsmitglied
Al Adnani gehörte zum IS-Führungszirkel. Er war es auch, der im Sommer 2014 das "Kalifat" des IS ausrief und Abu Bakr Al Bagdadi zum "Kalifen" erklärte. Experten gehen davon aus, dass Al Adnani an der Spitze einer kleinen Einheit stand, die Terroroperationen in der ganzen Welt plante.
Die IS-Terrormiliz hatte am Dienstagabend im Internet erklärt, ihr Sprecher sei in der nordsyrischen Provinz Aleppo als "Märtyrer" ums Leben gekommen, als er Militäroperationen inspiziert habe. Weitere Einzelheiten zu den Umständen seines Todes nannten die Extremisten nicht.

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